Hintergrund

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Szenen des Projektes

Fallstudie

Während September 2013, ein Hochschul-Austauschprogramm von deutschen und israelischen Studenten kümmerte sich um die Wiederherstellung, Renovierung und Dokumentation des alten jüdischen Friedhofs von Bad Neustadt an der Saale, wo die Spuren einer einst blühenden jüdischen Gemeinde nach der Vernichtung der Juden zu verschwinden drohten. Dies im Rahmen eines Austauschprogramms zwischen der High School Mikve Yisrael (Holon, Israel) und des Rhöngymnasiums Bad Neustadt (Deutschland). Der Gegenstand der Partnerschaft war ursprünglich Kulturaustausch. Die Dokumentation vom September 2013 war der erste Versuch, der Frage nach der Vergangenheit nachzugehen.
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Dieser Friedhof ist einer von vielen in Bayern, die gar nicht oder spärlich dokumentiert sind. Viele der Gräber sind bereits unlesbar. Der Hauptzweck des Projektes war es, aufzuräumen und den Friedhof zu kartieren, jedes Grab zu dokumentieren. Bereits in dieser Phase erwies sich die gemeinsame Arbeit der Studenten als ein Weg zu Fragen über persönliche und gemeinschaftliche Identität, über Überzeugungen, Vorurteile und gemeinsame Werte. Darüber hinaus sind die gesammelten Informationen geeignet, um das Wissen über die jüdische Gemeinde von Bad Neustadt zu vertiefen. Geschichtsbücher legen wenig Aufmerksamkeit auf solche kleine peripheren Gemeinden. Die Grabsteine warfen ein Licht auf Aspekte, welche die Studenten nicht über andere schriftliche Quellen erfuhren.
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Dieses Projekt ist das Ergebnis eines früheren und wichtigen Programms: Journey in Jewish Heritage – Dokumentation weniger bekannter jüdischer Gemeinden auf der ganzen Welt. Unter der Initiative von Prof. Stefan Simon, bemühten sich drei ehemaligen Studenten – Eyal Tagar, Idit Ben Or und Tomer Appelbaum – die Methodik der Dokumentation Friedhöfe weiterzugeben.
Ergebnis
Diese Arbeit brachte neue Informationen, auf der die Forschung aufbauen kann. Die Ergebnisse geben uns eine Vorstellung davon, wie die Männer, Frauen und Kinder bestattet wurden. In einigen Fällen können wir Todesursachen erfahren. Einige Oberhäupter der Gemeinde wurde erkennbar: Lehrer, Ärzte, Menschen, die bekannt waren für wohltätige Zwecke usw. Über den Geburtsort auf den Gräbern haben wir gelernt, woher die Menschen kamen. Durch das Lesen der Inschriften erfuhren wir, was den Leute wichtig war. Ein sehr interessantes Beispiel sind einige Gräber von Männern, deren Einheiten im Ersten Weltkrieg kämpften. Das lehrt uns etwas über die Identität und nationale Zugehörigkeit. Diese Informationen müssen ebenso sorgfältig behandelt werden wie jeder andere schriftliche Text. Motive und sozialen Strukturen rückten in den Mittelpunkt. Mittels Querverweise auf weiteres Material kann viel gelernt werden.
Friedhöfe als Zeugnisse Normalerweise sehen die meisten Menschen Friedhöfe als Orte der persönlichen Trauer, Traurigkeit und der Erinnerungen. Aber eine Website, die so viele persönliche Geschichten zu Tage fördert ist auch ein Fenster zur ganzen Gemeinde. Bar Levav (2002) beschreibt jüdische Friedhöfe als Ort, wo nicht nur die Toten und die Lebenden sich treffen, sondern auch als Treffpunkt der geistigen, emotionalen und ästhetischen Vorstellungen. Das Ergebnis ist der Friedhof als ein Gemisch von unterschiedlichen Wahrnehmungen. Diese Wahrnehmungen sind geprägt durch die physische Entwicklung des Friedhofs sowie die Welt derer, die sie besuchen.

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