Ruth Korn Friedmann

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Ruth Korn (geb. Friedmann) wurde 1925 in Bad Neustadt geboren.
 
Die Familie Friedmann lebte mitten in der Stadt. In einem dreistöckigen Haus in Markplatz. Sie lebten auf den beiden ersten Etagen, weiterhin lebte eine christliche Familie in der obersten Etage. Ihr Vater besaß ein Schuhgeschäft über 40 Jahre. Ruth war die jüngste von drei Schwestern. Sie hatte einen älteren Bruder, Helmut Friedmann, der Poliomyelitis im Alter von sieben Jahren starb. Er wurde auf dem Friedhof begraben, genauso wie ihr Onkel, Siegfried Klein.

Als Kind besuchte Ruth in der Stadt die jüdische Schule, wo sie zusammen mit Kindern verschiedenen Alters in einer Klasse unterrichtet wurde - damals normal für Schulen kleiner Gemeinden. Sie erinnert sich an eine liebevolle Schulzeit und vor allem an den Lehrer Israel Wahler, eine wichtige Figur für die Kinder und die Gemeinschaft.

Ruth beschreibt die Synagoge als herausragendes Gebäude mit Dekorationen, die sie an die Wandmalereien im Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem erinnern. Ihre Familie war religiös und ihr Vater ging an jeden Sabbat in die Synagoge. Sie erinnert sich, dass nach dem Gebet am Samstagmorgen die Männer aus der Gemeinde in ihr Haus kamen und religiöse Lesungen abhielten. Ihre Mutter machte freiwillig die Waschung der Körper der Toten, ein wichtiges Element in der jüdischen Tradition. Sie erinnert sich nicht ein Rabbiner in der Gemeinde.
Ruth hat bedrückende Erinnerungen an die Zeit als die Nazis an die Macht kamen und begannen die Juden immer mehr auszugrenzen. Sie erinnert sich, dass die christlichen Hausangestellten, die sogar wussten, wie man mit den Kindern das Abendgebet betete - ihnen wurde nicht mehr erlaubt für Friedmanns zu arbeiten. Ihre Schwestern lernte Musik mit einheimischen Lehrern, aber als es Zeit war für Ruth Unterricht zu nehmen, war das nicht mehr erlaubt. Beim Radfahren wurden die Kinder mit Steinen beworfen.
Schlimme Erinnerungen hat Sie an die Kristallnacht. Aus Angst vor dem Mob verbarg ihre Mutter sie unter ihrem Bett und deckte sie mit Decken zu. Ihre Mutter wollte schon im Jahre 1933 emigrieren, aber Ruths Vater bestand darauf zu bleiben, weil er das Leben in Bad Neustadt geliebt hatte und nicht sein Geschäft und seine Heimat verlassen wollte. Als der Status der Juden sich verschlechterte, beschloss die Familie auszuwandern. Ihre älteren Schwestern gingen nach Palästina, die anderen nach England. Ruth und ihre Eltern folgten im Dezember 1939. Mit Hilfe ihres Onkels, der bereits in Jerusalem war, gelang es ebenfalls nach Palästina zu fliehen. Ruth war 14 zu dieser Zeit.
Sie erinnert sich, dass es verboten war, viele Einzelteile mit zu nehmen und dass sie für jedes Kleidungsstück in ihrem Koffer bezahlen mussten. Ruths Tante Rosa Klein und ihr Sohn wurden aus Bad Neustadt 1942 deportiert und kam nie wieder.
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Zeugnis von Ruth Friedmann
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Auf dem Bild ist Ruth das Zeugnis der Lehrerin Yisrael Wahler, als sie Mitte des Schuljahres 1939 Bad Neustadt verließ.
 
Die Familie Friedmann hatte sich in Jerusalem niedergelassen. Sie waren in Deutschland wohlhabend gewesen. Sie ließen alles zurück und angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Palästina in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft litten Sie unter Armut. Ruth heiratete und wurde Krankenschwester. Viele Jahre arbeitete sie als Krankenschwester in der Zahnarztschule im Hadassah Krankenhaus Jerusalem.
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Der Ausweis von Ruth Friedmann

Bilder aus der Kindheit

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