Panoramische Fotografie

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Einleitung

Überblick Die meisten der Methoden, die Techniken der Interaktion erlauben, bezeichnet man als Panorama VR (Virtuelle Realität). Fotografie mit Panorama-VR hatte sich bereits vor 15 Jahren etabliert. Trotz des Alters scheint diese Technologie in der Popularität nur zu wachsen.

Die Technik umfasst drei Hauptelemente: 1. Erstellung eines Panorama-Bildes, das ein breiteres Spektrum des Sichtfeldes umfasst. Dies kann mit eine Vielzahl von Methoden erfolgen, was unten beschrieben wird. 2. Das „Wrapping“ des digitalen Bildes in eim spezifisches Format, passend für die Anzeige auf verschiedenen Plattformen (Computer, Tablet, Telefon, etc.) 3. Wiedergabe oder Anzeige innerhalb verschiedener Viewer-Technologien, so für verschiedene Arten der Interaktion, wie Schwenken, Zoomen, Verschieben, das Einbetten von Rich-Media-Daten in die Szene usw.

Von den bescheidenen Anfängen
Panorama-Fotografie ist fast so alt wie die Fotografie selbst und reicht bis in die frühen 1850er Jahren zurück. Von der Gestaltung einer Folge nacheinander geschossener Daguerreotypien, über die sich rasch entwickelnden Foto- und Drucktechniken bis hin zum Auftauchen verschiedener Panoramakameras, gewann Panorama-Bildgebung schnelle und grosse Popularität. Doch im nicht-digitalen Zeitalter gab es nur eine Form der Darstellung: eben der Großformatdruck.
Blick von der Spitze des „Lookout Mountain“ (Tennessee), Albuminpapier, Februar, 1864 von George N. Barnard. Aus Wikipedia Commons
Auch heute werden viele Panorama-Bilder die für den Druck, touristischer Postkarten oder persönliche Werke erstellt. Von Landschaften bis hin zu Innenräumen sind alle bemüht dem Betrachter ein neues erweitertes Sichtfeld zu bieten. 1997 veröffentlichte Apple das Quicktime VR Format für interaktive Panoramen als eine Erweiterung für Quicktime, Quickdraw und später als Element der Systemarchitektur. VR-Panoramen werden durch Anzeigeprogramme oder als Stand-alone-Software oder ein Teil eines Web-Browsers angezeigt. Quicktime VR dominierte den Markt über vielen Jahren. Mit dem Anwachsen der Popularität dieses Technik, erschienen zusätzliche Anzeigeoptionen. Es wäre hier die Flash-Plattform, etwas geringer auch Java, Silverlight, OpenGL, WebGL und JavaScript zu nennen. Heute, mit den Grenzen der Bildschirme von Smartphones und Tablet-Computern und der sinkende Popularität in Flash, bot HTML5 ein neues Datenformat. Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle Technologien, Techniken, die Hardware- und Software-Überlegungen und die laufenden Entwicklungsrichtungen der Panorama-VR zu vertiefen. Dieses Thema würde mehrere Bücher füllen. Diese Kurzbeschreibung beschränkt sich Panorama-VR im Bezug auf die interaktive Möglichkeiten die im Bad Neustadt-Projekt zur Anwendung kamen.
Diese 12 Bilder bei der Gestaltung des 360-Grad-Panorama verwendet.
Interaktion mit Panorama VR
Arbeiten mit Panorama VR-Bildern ist nicht einfach eine Frage des Bewegens von Szenen auf dem Bildschirm, um den Raum wahr zu nehmen. Es geht darum den Betrachter zum aktiven Teilnehmer werden zu lassen. Der hat dann die Wahl alternativer Ansichten. Es geht um den Sinn für die Entdeckung, die darüber hinausgeht das Blickfeld zu beschränken. Mit verändertem Licht, entdeckt man bisher unbekannte Informationen.

Arten von Panorama VR
Panorame können eine volle 360-Grad-Ansicht enthalten. Diese kann jedoch auf einen kleineren Bereich beschränkt werden. Nicht ist es immer wichtig, relevant oder sogar erwünscht den gesamten Raum zu zeigen. Die vertikale Ansicht des Panoramas kann auch Einfluss auf unsere Verständnis der Szene haben. Generell unterscheiden wir zwischen sphärischen und zylindrischen Panoramen. Sphärische Panoramen versetzen den Betrachter in eine virtuellen Sphäre, so dass die Drehung des Blicks in alle Richtungen möglich wird. So eine volle 360 Grad Drehung in den Himmel oder bis hinunter zur Erde. Von der Decke einer Kirche bis auf den Teppich unter den Füßen. Zylindrische Panoramen begrenzen die vertikale Ausrichtung des Bildes. Sie stellen den Betrachter in einen virtuellen Zylinder – am oberen und unteren Rand begrenzt. Die vertikale Reichweite des zylindrischen VR wird durch die Brennweite des Objektivs bestimmt. Ein Weitwinkel gibt größere Reichweite, während eine lange Brennweite die Ansicht eingrenzt. Vertikale Reichweite kann durch Aufnahme von mehreren Panoramabildern erweitert werden. Dies wird als ein Multi-Row-Panorama gekannt. Während das sphärische Panorama als eindrucksvoller eingeschätzt wird, ist es nicht unbedingt besser. Bei der Wahl der Technik sollte auf die Entscheidung der Interaktion geachtet werden. Was ist wichtig zu sehen und was schlicht überflüssig? Sicher, in einigen Szenen liegen die wichtigen Informationen unter unserer primären Sichtebene oder eben darüber. In anderen Fällen, hat eine weiße Decke oder ein leerer Himmel, ein Fliesenboden oder das Kamera-Stativ keine Bedeutung für den Betrachtungsprozess. Die Auswahl liegt wie immer beim Fotografen, gepaart mit den technischen Zwängen der Kameras, Objektive, Stativen und anderen Beschränkungen. Praktische Grundlagen der VR Wie gesagt, kann dieser Artikel nicht den eigentlichen Entstehungsprozess von umfassenden VR-Bilder vertiefen. Dennoch sind ein paar Worte, um die Auswirkung auf die Interaktion einschätzen zu können notwendig. Panoramen werden normalerweise durch einen Heftvorgang (Stiching) erstellt. Mehrere überlappende Bilder einer Szene werden aufgenommen. Diese werden dann zusammen über Software „aneinander genäht“, um das Panoramabild zu erstellen. Das Bild wird dann entweder in ein interaktives Format konvertiert oder eine Software übernimmt die Umwandlung im laufenden Betrieb. In jedem Fall ist es die Anzahl der Bilder, die Art der Linse, das Stativ das verwendet wird, die Auflösung und das Bildformat, die das letzte Bilderlebnis definieren. In der Regel wird man sich für ein Weitwinkel-Objektiv entscheiden. 24 mm, 20 mm, 16 mm oder auch ein Fischauge. All dies, um die erforderliche Anzahl der Bilder die notwendig sind zu minimieren. Wenn eine große Anzahl von Panoramen benötigt wird, ist es auch üblich, einen einzigen Schuss Panoramatechnik, die mit einer speziellen Spiegelkugel an der Linse verbunden, entworfen, um die gesamte Szene in einem Schuss reflektieren beinhaltet verwenden.

Die Panoramen des Friedhofs
Die Wahl der VR Panoramafotografie für den Friedhof war ein selbstverständlicher und naheliegend. Es war die beste, vielleicht die einzige Möglichkeit, den Betrachter „in“ den Friedhof verlegen, um die Möglichkeit zu haben, sich umzuschauen, zu verschieben und um Interaktion mit den Grabsteinen in einer virtuellen Tour zu ermöglichen. Um eine vollständige Ansicht des Friedhofs zu ermöglichen, wurden fünfzehn 360-Grad-Panorama-Bilder erstellt. Diese wurden dann in eine Software zur Erzeugung virtueller Rundgänge eingebettet und Hotspots wurden für jeden einzelnen Grabstein erstellt (siehe: Virtueller Rundgang).